Meldung:

  • 08. Juli 2009

Ein ganz persönlicher Rückblick auf den 2. Jugendlandtag


Vom 28. bis 30. Juni fand der 2. Jugendlandtag NRW statt. Jeder Abgeordnete hatte die Möglichkeit, den Platz im Plenum mit einem Jugendlichen aus seinem Wahlkreis zu tauschen. Für die "Vertretung" des Landtagsabgeordneten für den Essener Süden, Peter Weckmann, fiel die Wahl auf den 17jährigen Johannes Reimann aus Überruhr. Hier ist sein ganz persönlicher Rückblick auf die drei Tage im Düsseldorfer Landtag:

Der Jugendlandtag war für mich eine ganz tolle Erfahrung und hat meine Erwartungen vollkommen übertroffen.
Ich bin nach Düsseldorf gefahren mit der Befürchtung, dass die zu erwartenden Debatten sehr gestellt und wenig produktiv verlaufen würden, da ich die Themen (Gewaltprävention und Zeugnisse für Lehrer) nicht sonderlich passend fand, was sich aber im Nachhinein als große Fehleinschätzung herausstellte.
Allein dadurch, dass uns die Möglichkeiten und Freiheiten von „richtigen Abgeordneten“ geboten wurden, der Prozess der Verhandlung also in den gleichen Gremien stattfand wie im Alltag der Abgeordneten, entstanden sehr kreative Ideen und kontroverse Diskussionen zu den zu verhandelnden Themen.

Wir sind schließlich am dritten Tag des Jugendlandtages zu Kompromissen gekommen, mit denen (fast) alle einverstanden waren und die wir sicher auch so an die Abgeordneten weitergeben können. Ich hoffe, dass unsere Ideen nicht übersehen werden, da ich der Überzeugung bin, dass wir echt gute und realisierbare Vorschläge gemacht haben, die sehr viele sozialdemokratische Inhalte vorweisen.

Natürlich war der Jugendlandtag nicht immer so harmonisch wie in der Beschlussfindung zu den vorgegebenen Themen.
In zwei aktuellen Stunden zu den Themen Gemeinschaftsschule (nicht Einheitsschule) und Studiengebühren kam es innerhalb der Reden zu lautstarken Auseinandersetzungen zwischen dem konservativen und unserem rot/grünen Lager.

Außerdem musste ich feststellen, wie frustrierend die Arbeit aus der Opposition heraus sein kann. Unsere Vorschläge wurden, bevor wir uns dann im Hauptausschuss durchsetzten und einigen konnten, von der CDU mit ihrem FDP-Anhängsel ohne richtig gehört zu werden, abgewiesen.

Auch außerhalb des Landtages entwickelten sich tolle Diskussionen und Gespräche, die bis tief in die Nacht andauerten, mit anderen Jugendlichen egal welcher Fraktion, mit denen ich auch sicherlich nach den Jugendlandtag noch in Kontakt bleiben werde.

Ich denke, wir haben mit diesem Jugendlandtag viel erreicht. Nicht nur, dass wir unsere Positionen den Abgeordneten übermitteln konnten, sondern auch ein Zeichen setzen konnten, dass man nicht pauschal sagen kann, die Jugend würde sich nicht mit Politik beschäftigen. Wenn wir noch mehr Angebote dieser Art hätten, würden auch mehr Jugendliche Politik und Gesellschaft aktiv mitgestallten.


Johannes Reimann