Brief:

  • 31. Juli 2015

Schreiben an die Deutsche Bahn AG zur Situation an den Haltepunkten an der Strecke der S6 im Essener Süden

Empfänger:

Reiner Latsch, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Nordrhein-Westfalen

Karl-Wilhelm Drews, Leiter des Bahnhofsmanagements Essen
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Sehr geehrter Herr Latsch,
sehr geehrter Herr Drews,

in der Vergangenheit waren Sie für mich schon häufiger kompetente Ansprechpartner bezüglich des S-Bahnverkehrs im Essener Süden. Dieses Mal wende ich mich drei Nachfragen an Sie, um deren Beantwortung ich Sie bitten möchte:

Die erste betrifft den Haltepunkt „Stadtwald“, hier genauer gesagt die Barrierefreiheit an Gleis 1. Ich nehme hier auch Bezug auf meine Fragen in der Bahnsprechstunde im Landtag NRW am 23. Januar 2013. In der schriftlichen Antwort vom 12. Februar 2013 heißt es: „Schwierigkeiten gibt es weiter wegen des geplanten Baus eines Aufzuges am so genannten Hausbahnsteig in Essen Stadtwald. Unter Berücksichtigung aller Varianten haben wir die Planung mittlerweile vollständig erarbeitet. Als Grundlage für den Bau benötigen wir jedoch weiter eine Abtretung der Nutzungsrechte der Eigentümergemeinschaft der Seniorenresidenz für die notwendige Zuwegung - bis heute konnte dafür keine Zustimmung erzielt werden. Wir streben weiterhin eine einvernehmliche Lösung an, um den Aufzug nachträglich errichten zu können.“

Nach meinen Informationen ist die Frage der Nutzungsrechte mittlerweile hinlänglich geklärt, sodass die zuständigen Ortspolitiker wie auch ich als zuständiger Landtagsabgeordneter mit einem raschen Baubeginn zum Wohle der mobilitätsbeeinträchtigten Bürgerinnen und Bürger gerechnet haben. Erstaunt mussten wir jedoch eine Email des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr, Fachgruppe Kundenmanagement vom 6. Juli 2015 zur Kenntnis nehmen, in welcher ein Baubeginn frühestens für das Jahr 2018 avisiert wurde und eine Fertigstellung spätestens ein Jahr später, also 2019. Torsten Schulz von der DB Station & Service GmbH bestätigte dieses mit Email 20. Juli 2015 und ergänzte „Für die Planung des Aufzuges musste die Anpassung der Oberleitung der Strecke mit berücksichtigt werden. Das erforderte zum Teil einen aufwendigen Abstimmungsprozess.“

Wenn 2013 „die Planung mittlerweile vollständig erarbeitet“ wurde, wie können dann nun Planungsarbeiten aktuell als Hindernisse herangezogen werden. Oder anders gefragt: Welche der Aussagen stimmt? Unabhängig von Ihrer Antwort möchte ich Sie - wie 2013 eigentlich vereinbart, wenn die Nutzungsrechte geklärt sind - zu einem raschen Baubeginn auffordern.

Die zweite Nachfrage betrifft den Streckenabschnitt der S6 in zwischen Kettwig und Kettwig Stausee. Seit den letzten Erneuerungsarbeiten klagen die Anwohner dort über einen stark gestiegenen Lärm durch die Züge. Verschiedene Erklärungs- und Lösungsansätze seitens der Bahn führten bisher zu keinem Ergebnis. Wie ist hier der genaue Stand der Dinge und wann kann mit Abhilfe für die betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner gerechnet werden?

Die Dritte Nachfrage betrifft die Pünktlichkeit der Bahnen entlang der Strecke der S6. Die erste Zeit nach Umstellung auf die neuen Wagen war die S6 sehr pünktlich. Nunmehr häufen sich bei mir jedoch wieder die Meldungen über Verspätungen und Zugausfälle, insbesondere in Fahrtrichtung Essen. Haben Sie zu Verspätungen und Ausfällen genaue Zahlen? Wodurch ist der erneute Anstieg dieser Beeinträchtigungen zu erklären?

Für Ihre Mühen bedanke ich mich voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Weckmann MdL